Warum die perfekte Ernährung nicht existiert – und was das für dich bedeutet

Alle | 18. Juni 2026

Wer sich einmal mit dem Thema Ernährung beschäftigt, kennt dieses Gefühl: Man wird erschlagen von Informationen, Meinungen und Trends. Jeder zu haben die eine Lösung. Und gleichzeitig widersprechen sich alle. Was steckt dahinter – und warum ist das eigentlich eine gute Nachricht?

Der Mythos: Die eine Ernährung für alle

Ernährung ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Und genau deshalb ist die Versuchung so groß, einfach die Ernährungsgewohnheiten anderer zu kopieren. Wenn sie auf Fleisch, Milchprodukte und Gluten verzichtet und es ihr gut geht – dann muss das doch bei mir auch funktionieren, oder?

Oder: Er ernährt sich nach der Steinzeit-Diät und baut dabei Muskeln auf. Also probiere ich das auch.

Es ist fatal zu glauben, dass es die eine Ernährung für alle gibt. Die eine Form, die genau beschreibt, was du essen darfst, solltest oder musst, um langfristig gesund zu sein.

Dabei ist der Wunsch dahinter absolut verständlich: die eigene Gesundheit positiv beeinflussen, Krankheiten vorbeugen, Symptome lindern. Aber so individuell wir alle in unseren Vorlieben, unserem Geschmack, unserer Genetik und Persönlichkeit sind – so individuell darf und sollte auch unsere Ernährung sein.

Das beginnt mit dem, was du isst, wie du isst und wie viel du isst.

Meine Geschichte: Wie ich meinen eigenen Weg gefunden habe

Ich habe diesen Prozess selbst am eigenen Körper durchgemacht. Während meines schwersten Neurodermitis-Schubs habe ich alles versucht, um endlich einen Weg zu finden, meine Haut zu heilen.

Ich habe ganze Lebensmittelgruppen weggelassen, weil andere das eben so gemacht haben. Ich habe Selleriesaft, Kurkuma-Shots und Apfelessig auf nüchternen Magen eingenommen – weil ich gelesen hatte, dass das helfen soll.

Das Ergebnis? Es ging nach hinten los. Meine Haut hat auf genau diese Lebensmittel reagiert.

Ich musste – oder durfte – für mich herausfinden, was meiner Haut und meinem Körper wirklich guttut. Es war ein langer Prozess. Aber er hat mich gelehrt, wie unglaublich individuell Ernährung sein kann.

Meine Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin hat mir geholfen, Zusammenhänge zu verstehen und einen Überblick zu bekommen. Ich bin bis heute fasziniert davon, wie bedeutsam Ernährung für unseren Körper sein kann – und wie wir darüber unsere Gesundheit aktiv mitgestalten können.

In meinen Coachings sehe ich immer wieder: Wer einmal diese Arbeit für sich selbst tut, spürt einen echten Unterschied.

Der Perspektivwechsel: Dein eigener Weg ist einfacher als du denkst

Wenn du dich gerade wiedererkennst und denkst: "Ja, genau so geht es mir auch" – dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Du schaffst das. Und es ist sogar einfacher, als du denkst.

Schritt 1: Hör auf, dich zu vergleichen

Es ist für dich völlig egal, was auf dem Teller von jemand anderem landet. Lass dich nicht ablenken von neuen Trends oder von jemandem, der behauptet, er habe den einen Weg für alle gefunden. Bleib bei dir.

Schritt 2: Bestimme deine Ausgangssituation

Wie geht es dir gerade mit deiner Ernährung? Was sind deine Ziele? Was möchtest du erreichen? Wer weiß, wohin er will, trifft deutlich leichtere Entscheidungen – auch beim Essen.

Schritt 3: Führe eine Woche lang ein Ernährungstagebuch

Schreibe sieben Tage lang auf, was du isst, wie du isst, wann du isst und wie viel. Gehe die Aufzeichnungen danach durch und frag dich: Was davon passt zu meinen Zielen – und was nicht?

Drei kleine Beispiele, die zeigen, wie aufschlussreich das sein kann:

  • Du möchtest abnehmen, trinkst aber täglich Softdrinks, Säfte oder Alkohol
  • Du hast eine chronisch entzündliche Erkrankung, aber auf deinem Speiseplan steht viel verarbeitetes Fleisch, Süßigkeiten und Fertigprodukte
  • Du hast Darmprobleme, isst aber viel Rohkost, kaust nicht gründlich und nimmst dir keine Zeit zum Essen

Das sind keine riesigen Umstellungen – es sind kleine Stellschrauben. Und genau dort fängst du an.

Nach und nach kannst du weiter ausprobieren, was dir guttut und was nicht. Es gibt dabei Grundprinzipien, die für alle gelten – und genau diese stelle ich dir in der nächsten Folge vor.

Das nimmst du mit

Vergleichst du dich häufig mit anderen und kämpfst mit deiner Ernährung? Dann lass dir das mitgeben:

Ernährung muss nicht perfekt sein. Sie muss nicht jeden Tag aufwendig oder ausgefallen sein. Sie sollte zu dir, deinem Alltag und deinem Leben passen. Und vor allem sollte sie dich stärken – ohne dich täglich zu stressen.

Du bist es wert, deine ganz eigene Ernährung zu finden. Eine, die dich langfristig wohl und gesund fühlen lässt.

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Ganz viel Spaß beim Anhören! Alles Liebe, deine Sarah

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