"Geht es meiner Haut wieder schlechter?"
Diese Frage habe ich in den letzten Monaten häufiger bekommen. Und ich verstehe, warum. Ich hatte mich zurückgezogen – keine neuen Podcast-Folgen, kaum noch Instagram-Stories. Früher hätte das wahrscheinlich bedeutet, dass meine Neurodermitis wieder außer Kontrolle geraten ist. Doch diesmal war etwas ganz anderes der Grund
Warum der Rückzug oft missverstanden wird
Ich bekam Nachrichten – ob es meiner Haut wieder schlechtgeht, ob ich einen Schub habe und mich deshalb verstecke. Zunächst war ich überrascht. Dann dachte ich darüber nach – und fand es gar nicht mehr so verwunderlich.
Wer schwere Neurodermitis erlebt hat, verbindet Rückzug oft automatisch mit einem Schub. Es ist eine Qual, nach draußen zu gehen und von allen Seiten angestarrt zu werden. Dieses Unwohlsein – in der Supermarktschlange, beim Abholen des Kindes, fragende Blicke, manchmal auch Abscheu – das vergisst man nicht. Ich wollte mich damals am liebsten verkriechen. Aber das war diesmal nicht der Grund. Der aktuelle Hautstatus: besser als je zuvor Meiner Haut geht es gut. Richtig gut sogar. Mein Gesicht strahlt, meine Hände sind gesund. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Die eigentliche Herausforderung lag diesmal woanders.
Was wirklich hinter dem Rückzug steckte
Meine Haut war ruhig. Aber etwas anderes in mir war es nicht. Ich fühlte mich ständig unruhig. Ein enormer Leistungsdruck hatte sich aufgebaut. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr ich zu sein – sondern stetig abliefern zu müssen. Meine Gedanken kreisten fast in jedem Moment um Content: Was wäre eine gute Geschichte? Wie kann ich Mehrwert liefern? Die ursprüngliche Begeisterung verschwand peu à peu. Keine Freude mehr – nur noch To-do-Listen.
Ich wollte, dass mein Kurs und mein Coaching möglichst vielen Menschen hilft – weil ich selbst weiß, wie hilflos man sich fühlen kann. Aber innerlich wurde ich immer erschöpfter.
Die Parallele, die ich nie erwartet hätte
Früher habe ich gelernt, die Signale meiner Haut ernst zu nehmen. Wenn sie schlechter wurde, war das nie einfach nur ein Hautproblem – es war rückblickend oft ein Hinweis, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten war. Zu wenig Grenzen. Eigene Bedürfnisse nicht ernst genommen. Zu viel für andere gegeben. Heute lerne ich, die Signale meines Inneren genauso ernst zu nehmen.
Ich spürte:
- Erschöpfung
- Druck
- Überforderung
- Fehlende Freude
Zu Beginn wollte ich mir das nicht eingestehen. Ich erzählte mir: Das gehört eben dazu. Wer selbstständig ist, muss funktionieren. Wer etwas aufbauen will, muss durchhalten.
Doch irgendwann ging es nicht mehr. Es war kurz nach dem Launch meines Online-Kurses. Ich hatte so hart dafür gearbeitet – und danach fiel ich in ein Loch. Alles in mir machte dicht. Das war nicht das Leben, das ich mir aufbauen wollte."
Die schwierigste Erkenntnis
Ich merke inzwischen oft sehr früh, wenn mir etwas nicht guttut. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass ich sofort etwas ändere. Ich erkenne es – und brauche trotzdem manchmal Zeit.
Ich dachte, ich müsste härter arbeiten. Tatsächlich musste ich lernen, weniger zu machen. In den letzten Monaten habe ich mir genau diese Zeit genommen. Ich habe geschaut, was mir Energie gibt – und was sie nimmt. Dabei habe ich etwas wiederentdeckt, das ich lange vernachlässigt hatte: meinen Körper.
Ich habe letztes Jahr mit Kraftsport angefangen. Sport war immer ein Teil meines Lebens, mal mehr, mal weniger – aber diesmal spürte ich so stark, dass ich meinen Körper wieder fordern möchte. Es tut mir so gut. Ich fühle mich lebendiger und fitter. Diese Zeit nur für mich – sie ist kostbar.
Das Thema Beruf beschäftigt mich nach wie vor. Fast zwei Jahre überlege ich, wie es weitergehen kann. Ich möchte wieder diese Begeisterung spüren, die ich für Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden habe – und sie mit dir teilen. Genau deshalb gibt es diesen Podcast wieder.
Ich weiß noch nicht auf jede Frage die Antwort. Ich weiß noch nicht genau, wie mein beruflicher Weg in Zukunft aussehen wird. Aber ich weiß wieder, was mir wichtig ist.
Was ich heute weiß
Falls du also zu den Menschen gehörst, die sich gefragt haben: "Geht es ihrer Haut wieder schlechter?"
Dann kann ich heute sagen: Nein. Meiner Haut geht es gut. Aber sie hat mich daran erinnert, wieder auf etwas anderes zu hören. Symptome sind keine Feinde. Sie sind Hinweise. Die Frage ist nur, ob wir bereit sind zuzuhören. Und genau das versuche ich gerade wieder zu lernen.
Einfach ganzheitlich – Höre dir den Podcast gleich an auf Spotify, Apple Podcast oder YouTube oder direkt hier.
Ganz viel Spaß beim Anhören! Alles Liebe, deine Sarah
