Rotationsdiät – Ernährung bei Allergien

  • Beitrags-Autor:

Das Prinzip der Rotationsdiät ist einfach: Ein und dasselbe Nahrungsmittel darf nur alle vier Tage gegessen werden. Für wen die Rotationsdiät geeignet ist und worin die Vorteile der Rotationsdiät liegen, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist die Rotationsdiät?

Die Rotationsdiät gehört zu den alternativen Heilmethoden gegen Nahrungsmittelallergien. Nahrungsmittelallergien können viele Beschwerden und Krankheiten auslösen bzw. verstärken. Dazu gehören z. B. Neurodermitis, Juckreiz, Durchfall, Verstopfung und Migräne.  

Das Ziel der Rotationsernährung ist, Nahrungsmittelallergien zu heilen und neue Allergien zu verhindern. Durch unerkannte Allergien wird der Darm und das ganze Immunsystem belastet. Dadurch, dass innerhalb der Rotationsdiät nicht jeden Tag das gleiche Lebensmittel gegessen wird, wird die Belastung für den Körper reduziert. Der Körper bekommt Zeit, sich zu erholen.

Durch diese Ernährungsform können Symptome und Beschwerden minimiert oder sogar komplett verschwinden.

Fünf Grundprinzipien der Rotationsdiät

  1. Meiden von unverträglichen Nahrungsmitteln
  2. Rotieren von verträglichen Nahrungsmitteln
  3. Reduzierte Anzahl an Zutaten pro Tag
  4. Verzehr von vollwertigen, unbehandelten Lebensmitteln
  5. Meiden von Lebensmitteln, die den Körper zusätzlich belasten

Ursprung der Rotationsdiät

Das Prinzip der Rotationsdiät stammt aus den USA. Der Arzt Rowe entwickelte 1931 eine Methode, um Nahrungsmittelallergien bestimmen zu können. Nach seinem Ansatz wurden über mehrere Wochen Nahrungsmittel komplett aus dem Speiseplan gestrichen. Gingen die Symptome bei den Patienten zurück, wurde eine Testmahlzeit eingeführt. Traten die Symptome wieder auf, war das der Beweis für eine Allergie. Rowe empfahl, diese Lebensmittel komplett wegzulassen und durch Alternativen zu ersetzen.

Ein wenig später bemerkte der Mediziner Rinkel, dass es nach dem Meiden von Nahrungsmittel im Nachhinein zu einer verstärkten Reaktion kommen kann. In einem Selbstversuch erkannte er so seine Allergie gegen Hühnereier. Während seines Studiums ernährte er sich hauptsächlich von Eiern. Er hatte viele Krankheiten wie Halsweh, Kopfweh, Dauerschnupfen. In einem Selbsttest aß er einige Tage keiner Eier. Seine Symptome verschwanden. Am fünften Tag aß er nur ein Stück Kuchen, in dem Eier enthalten waren. Er brach wenige Minuten später bewusstlos zusammen. Das war seine Bestätigung für die Nahrungsmittelallergie.

„Wenn jemand ein Nahrungsmittel täglich oder fast täglich zu sich nimmt, kann er allergisch dagegen sei, ohne es je als Ursache seiner Krankheitssymptomen zu verdächtigen. Gewöhnlich ist es so, dass man sich nach dem Verzehr dieses Nahrungsmittels wohler fühlt als vor der Mahlzeit.“
Herbert Rinkel
Doktor

Zudem erkannte Rinkel, dass es nicht ausreicht, das allergieauslösende Nahrungsmittel durch ein anderes zu ersetzen. Da das Ersatzlebensmittel nun oft verstärkt gegessen wird, ist die Chance groß, dass der Körper nach einer Weile auch auf dieses Lebensmittel allergisch reagiert. Als Konsequenz führte er das Prinzip der Rotation ein.

Wie läuft die Rotationsdiät ab?

Die Lebensmittel durchlaufen eine viertägige Rotation. Ein und dasselbe Nahrungsmittel darf nur alle vier Tage gegessen. Wird an Tag 1 Dinkel gegessen, darf erst an Tag 5 erneut Dinkel gegessen werden.

Sind bereits Nahrungsmittelallergien bekannt, werden diese Lebensmittel gestrichen.

Nahrungsmittel einer botanischen Familie dürfen nur an jedem zweiten Tag gegessen werden. Es gibt pflanzliche und tierische Nahrungsmittel, die von ihrem Aufbau sehr ähnlich sind. Diese werden in Familien zusammengefasst. So gibt es z. B. die Familie der Kreuzblütler. Dazu zählt Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Kohlrabi und Weißkohl. Oder die Familie der Gräser mit Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste. Oft bestehen versteckte Nahrungsmittelallergien gegen mehrere Mitglieder einer Familie. Deshalb sollte ein zu häufiger Verzehr von Nahrungsmittel einer Familie vermieden werden. Dadurch wird der Abbau von Sensibilisierungen im Körper ermöglichst. Beispiel: Wird an Tag 1 Dinkel gegessen, darf erst an Tag 3 Roggen gegessen werden.

Auf folgende Nahrungsmittel sollte währen der Rotationsdiät komplett verzichtet werden:

  • Eier, Haselnüsse, Sellerie
  • Thunfisch, Hefeextrakt, reifer Käse, Rotwein, Sauerkraut, Rohwurst
  • Alkohol, Nikotin, schwarzer Tee, Kaffee
  • Nahrungsmittel mit Zusatzstoffen (Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Aromen)
  • Stark blähende Nahrungsmittel z. B. Hülsenfrüchte, Zwiebeln
  • Zucker, Weißmehl, Süßigkeiten
  • starke Gewürze wie Pfeffer, Chili, Paprika

Basis der Rotationsdiät

Die Basis der Rotationsdiät bilden Gemüse, Salate, Vollkornprodukte, Obst, hochwertige Öle, Kräuter und Samen. Je nach Verträglichkeit und Ernährungsweise können auch Milchprodukte wie Frischkäse, Joghurt, Sahne, Butter, Fleisch und Fisch integriert werden. Ich empfehle, auf Milchprodukte und Fleisch weitestgehend zu verzichten. Dadurch kann der Organismus zusätzlich entlastet werden. Milch kann Entzündungen im Körper begünstigen. Fleisch wirkt stark säurebildend im Körper und enthält häufig Medikamentenrückständen. Wer nicht auf Milch- und Fleischprodukte verzichten möchte, sollte sie nur in kleinen Mengen verzehren.

Folgende Punkte helfen, den Körper zu entlasten und ihn mit möglichst vielen guten Inhaltsstoffen zu versorgen.

Rotationsdiät_Tipps

Vorteile der Rotationsdiät

Auf den ersten Blick scheint es ein komplizierter Weg zu sein. Doch es lohnt sich der Rotationsdiät eine Chance zu geben.

  • Aufdecken von Allergien
  • Vermeidung einer Anhäufung von Allergenen im Organismus
  • Entlastung des Darms
  • Entlastung und Stärkung des Immunsystems
  • Ausgewogene und vollwertige Ernährungsweise
  • Verringerung neuer Sensibilisierungen gegenüber Nahrungsmitteln
  • Du musst nicht verzichten, du darfst nach und nach immer mehr essen
  • Du bekommst Sicherheit über das, was du verträgst
  • Keine hohen Kosten

Wenn dir bereits Nahrungsmittelallergien bekannt sind, streiche die Lebensmittel vorerst aus deinem Essen. Du kannst hier nachlesen, wie du Nahrungsmittelallergien herausfinden kannst.

Dauer der Rotationsdiät

Die Rotationsdiät sollte zur Stabilisierung mindestens drei bis sechs Monate durchgeführt werden. Im Idealfall bis zu 12 Monaten. Im Anschluss daran empfehle ich dir eine basenüberschüssige Ernährungsweise aus saisonalen und regionalen Lebensmitteln.

Du willst es ausprobieren?

Du findest das Prinzip der Rotationsdiät toll, hast aber noch viele Fragen und brauchst Unterstützung bei der Umsetzung? Kein Problem. In meiner 1:1 Beratung helfe ich dir gerne. Gemeinsam finden wir für dich den richtigen Weg. Schreibe mit gerne eine E-Mail an info@sarahknott.de.

Lass deine Haut strahlen!

Alles Liebe, deine Sarah

Weiterführende Informationen:

  • Die Rotations-Diät, Dr. Anne Calatin
  • Glücklich trotz Unverträglichkeiten: Rotationsdiät, Angela Helmberger

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Nahrungsmittelallergie Test

In 6 Schritten Allergien herausfinden

Finde endlich deine Nahrungsmittelallergien heraus. Hier erfährst du 6 Schritte, um Nahrungsmittelallergien zu identifizieren. 

Einführung Nahrungsmittelallergien

Allergien und Unverträglichkeiten

Welche verschiedenen Arten von Allergien und Unverträglichkeiten gibt es? Erfahre mehr in diesem Artikel.

Newsletter

Trage dich jetzt in meinen kostenlosen Newsletter ein, um regelmäßig spannende Informationen rund um das Thema Hautgesundheit und Ernährung direkt in dein Postfach zu erhalten! Für den Versand des Newsletters wird der US-Anbeiter MailChimp eingesetzt. Informationen zu der Erfassung deiner Daten, statistischer Auswertungen sowie der Abbestellmöglichkeit, findest du in meiner Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar