Neurodermitis und die Angst, etwas Falsches zu essen

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Kennst du das auch? Du warst am Wochenende eingeladen und hast ein Stück Kuchen gegessen, vielleicht auch ein Glas Wein oder Sekt getrunken? Am Montag danach geht es deiner Haut auf einmal schlechter. Du machst dir Vorwürfe. Warum warst du nicht diszipliniert genug? Musste es wirklich sein?

Neben den Vorwürfen, etwas Falsches gegessen oder getrunken zu haben, kommt noch das Gefühl der Frustration auf. Warum bin ich so kompliziert? Warum kann ich nicht einfach das tun und das essen, was ich möchte? Du fühlst dich eingeschränkt und ausgeschlossen. Eingeschränkt dein Leben so zu leben, wie du es willst. Ausgeschlossen in sozialen Situationen.

Warum habe ich diese Crêpe mit Nutella gegessen?

Ich kenne diese Gefühle sehr gut. Auf der einen Seite wollte ich alles perfekt machen. Mein Essen plante ich voraus. Unterwegs hatte ich mein Essen mit dabei. Während Freunde Eis Schlechten, saß ich daneben und wünschte mir nichts Sehnlicheres, als auch wieder unbeschwert mit machen zu können. An manchem Tagen kam alles anders. Ich war nicht vorbereitet und mir blieb nichts anderes übrig, als unterwegs etwas zu essen. Ich kann mich gut an einen Tag erinnern. Wir haben einen Ausflug gemacht. Ich hatte verpasst, mir etwas zu Essen mitzunehmen. Irgendwann hatte ich so großen Hunger, dass ich etwas essen musste. Leider war die Auswahl sehr eingeschränkt. Aufgrund von Corona waren viele Restaurant geschlossen.

Nutealle Crepe

Im Normalfall finde ich sonst immer etwas halbwegs Passendes auf einer Speisekarte. Es gab einen Crêpe Stand. Also aß ich einen Weizen-Crêpe mit Nutella. Doch anstelle, dass ich ihn genießen konnte, hatte ich danach ein schlechtes Gewissen. Ich fühle mich schlecht und schuldig. So viele Wochen mühte ich mich ab und jetzt mit diesem einen Mal der Ausnahme fühlte es sich so an, als hätte sich die ganze Mühe nicht gelohnt.

Einmal ist keinmal oder ist einmal schon einmal zu viel?

Doch ist das wirklich so? Sind solche Ausnahmen so schlimm? Bringen sie unser System ins Wanken? Sind sie der Grund, warum unsere Haut nicht heilt und die Neurodermitis immer wieder kommt?

Wahrscheinlich ahnst du die Antwort. Und so ist es auch. Sie lautet klar und deutlich: Nein! Wenn du ausnahmsweise etwas isst, wovon du weißt, dass es dir nicht wirklich guttut, kann dein Körper damit umgehen. Dein Körper ist ein Meister darin, dein System gesund zu halten. Eine Portion Pommes, ein Kugel-Eis oder ein Crêpe mit Nutella sind nicht der Grund für deine Neurodermitis.

Es kann sein, dass du am nächsten Tag Reaktionen bemerkst, wenn du gegen bestimmte Nahrungsmittel Allergien hast. Doch diese sind in der Regel bereits am folgenden Tag wieder verschwunden.

Schuldgefühle und soziale Isolation führen zu Stress

Die Gefühle machen viel mehr mit deinem Körper. Die Schuldzuweisungen, das schlechte Gewissen, die Abstrafung durch dich. All das brennt sich in dir ein. Hätte ich damals den Crêpe mit Genuss gegessen, hätte ich ihn im wahrsten Sinne besser verdauen können. Denn was hat es gebracht, dass ich mir Selbstvorwürfen gemacht habe? Nicht viel, außer dass ich für eine Menge Stress in meinem Körper gesorgt habe. Und genau das schwächt unser Immunsystem viel mehr.

"Du bist nicht hier um perfekt zu sein. Du darfst du sein und dich mit all deinen Fehlern lieben. So wie du auch deine Freunde liebst."
Sarah Knott
Neurodermitis Coach

Gehe liebevoll mit dir um und lebe

Was kannst du also für dich mitnehmen? Sei gut zu dir. Behandle dich liebevoll. Du bist nicht hier auf der Welt, um perfekt zu sein. Wenn du das nächste Mal auf einen Geburtstag eingeladen bist oder einen Ausflug machst, breite dich mental darauf vor. Sehe diesen Tag als etwas Besonderes, an dem du einfach das essen darfst, was du möchtest und wie es sich ergibt. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne Reue.

Solange du die negativen Gefühle in dir trägst, kämpfst du gegen deinen Körper. Alle Selbstvorwürfe oder auch Vorwürfe gegenüber anderen bringen dich keinen Stück weiter. Du sitzt in der Opferrolle fest und lässt alles über dich ergehen. Es mag sich hart anhören, doch genau hierin besteht ein wichtiger Schritt, um gesund zu werden. Lasse los und erkenne an, was ist. Du hast Neurodermitis. Du achtest gut auf dich. Du hilfst deinem Körper bei der Heilung, indem du ihn bestmöglich mit all dem versorgt, was er braucht. Dazu gehört auch Spaß und Freude am Leben. Verzeihe dir kleine Ausrutscher, genauso wie du einem lieben Freund verzeihen würdest.

Alles Liebe, deine Sarah

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