Hormone und Neurodermitis – Wie Hormone deine Haut beeinflussen

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Hast du dich schon einmal gefragt, wie Hormone und Neurodermitis zusammen hängen? Der Hormonhaushalt ist eng mit unserer Haut verknüpft und spielt auch bei Neurodermitis eine große Rolle. 

Vielleicht kennst du es auch, dass während deiner Periode dein Hautbild schlechter wird? Oder zum Zeitpunkt des Eisprungs deine Haut rosig erscheint und strahlt? Zyklusbedingte Schwankungen im Hautbild gehen haben ihre Ursachen in der Hormonumstellung. Vielleicht konntest du auch während deiner Schwangerschaft Veränderungen deiner Haut feststellen? Viele Frauen haben entweder eine total schöne Haut, oder aber die Haut verändert sich zum schlechten. Auch Neurodermitis kann in der Schwangerschaft verstärkt auftreten.

All diese Momente sind stark von hormonellen Schwankungen begleitet. Unsere Haut ist mit unseren Hormonen eng verbunden. Sie wird durch Hormone beeinflusst. Doch was passiert hier genau? Wie wirken sich die Hormone auf unsere Haut und auch auf Neurodermitis aus?

Hierfür schauen wir uns erst einmal an, was Hormone sind und wie sie in unserem Körper wirken.

Hormone steuern Aufgaben in deinem Körper

Hormone sind Botenstoffe, die dafür sorgen, dass bestimmte Prozesse im Körper funktionieren. Hormone werden in verschiedenen Drüsen gebildet, z. B. Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Nebenniere, Eierstöcke oder Hoden. Alle Drüsen stehen in engem Kontakt miteinander. Sie kommunizieren und regeln so unser Hormonsystem.

Hormone werden zum Beispiel benötigt, um unseren Schlaf-wach-Rhythmus zu steuern, den Blutzuckerspiele zu regeln, den Zyklus bei Frauen zu steuern oder das Knochenwachstum und den Muskelaufbau zu ermöglichen.

Hormone steuern und regulieren Prozesse. Sie sorgen für ein Gleichgewicht. Wird ein Hormon zu viel oder zu wenig produziert, kann das gesamte Hormonsystem durcheinandergeraten. Die bekanntesten Folgen von einer Hormonstörung sind eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Diabetes, Menstruationsstörungen, Haarausfall und Hautprobleme.

Hormone und Neurodermitis - Triggerfaktor

Bei Neurodermitis wackelt unser System sowieso schon. Das Immunsystem ist überlastet. Kommt ein hormonelles Ungleichgewicht hinzu, kann dies das Fass zum Überlaufen bringen.

Hormone und Neurodermitis sind stark miteinander verknüpft.

Hormonelle Umstellungen und starke hormonelle Schwankungen können das Immunsystem beeinflussen und zusätzlich schwächen. Es ist bewiesen, dass hormonelle Schwankungen eine Ursache und Triggerfaktor bei Neurodermitis sind. Gerät dein Hormonhaushalt aus der Balance, kann dies einen Neurodermitisschub auslösen.

Hormone und Neurodermitis
Hormonelle Schwankungen sind ein Triggerfaktor für Neurodermitis

Unterschiedliche Hormone und ihre Wirkung auf die Haut

In unserer Haut sitzen verschiedenen Rezeptoren für Hormone. Rezeptoren kannst du dir wie ein Schloss vorstellen. In jedes Schloss passt ein bestimmter Schlüssel. Der Schlüssel ist in diesem Fall das Hormon. Unsere Haut nimmt also Hormone auf. Zu den wichtigsten Hormonen, die unsere Haut direkt beeinflussen, gehören Östrogene, Progesteron und Androgene. Damit die Hormone zu ihrem Bestimmungsort kommen, fließen sie durchs Blut. Auch die Hormone, die im Blut schwimmen, beeinflussen unsere Haut.

Östrogene

Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone. Sie werden vorwiegend in den Eierstöcken gebildet. Östrogene sorgen dafür, dass sich Hautzellen verstärkt teilen. Es bilden sich somit schneller neue Hautzellen. Außerdem regen Östrogene die Kollagenbildung an. Mehr Kollagen in der Haut macht sich in praller, fester Haut bemerkbar. Zusätzlich bewirken Östrogene, dass die Haut gut gefettet ist. Sie regen die Herstellung von Lipiden an, die die Haut geschmeidig machen. Ein Östrogenmangel kann sich in dünner und trockener Haut zeigen. Östrogene schützen unsere Haut zudem vor freien Radikalen und machen sie damit wiederstandfähiger.

Androgene

Zu den Androgenen gehört unter anderem Testosteron. Sie sind die männlichen Geschlechtshormone, die in den Hoden und Nebennieren gebildet werden. Auch Frauen produzieren in geringeren Mengen Androgene. Androgene regen die Talgproduktion an. Die Haut wird fettiger. Ein Überschuss an Androgenen kann sich in verstopften Poren und Akne bemerkbar machen.

Progesteron

Progesteron gehört auch zu den weiblichen Geschlechtshormonen. Es wird in der zweiten Hälfte des Zyklus gebildet. In deutlich höheren Mengen wird es während der Schwangerschaft von der Plazenta ausgeschüttet. Geringe Mengen werden bei Frauen und Männern auch von der Nebenniere gebildet. Das besondere an Progesteron ist, dass unser Bindegewebe schützt.

Auswirkung von Stresshormonen auf die Haut

Zu den Stresshormonen gehört Adrenalin, Noradrenalin und auch Glukokortikoide. Sie werden in der Nebenniere bzw. Nebennierenrinde gebildet. Stresshormone wirken sich nicht direkt auf die Haut auch. Sie haben aber einen größeren Einfluss auf die Haut als auf den ersten Blick ersichtlich. Werden viele Stresshormone ausgeschüttet, wird unser Körper in ein Alarmmodus versetzt. Er ist jetzt darauf vorbereitet, schnell zu regieren. Alle Körperfunktionen, die nicht zwingend gebraucht werden, werden runtergefahren. Dazu zählt auch die Verdauung. 

Stress wirkt sich massiv auf unseren Darm und Magen aus. Und wie du bestimmt weißt, ist ein gesunder Darm der Schlüssel für gesunde Haut. Das Stresshormon Cortisol ist unser körpereigenes Cortison. Nebenwirkung von einer hohen Ausschüttung an Cortisol ist, die Abwehrzellen im Blut reduziert werden. Unser Immunsystem wird geschwächt. Ein geschwächtes Immunsystem ist ein Hauptfaktor bei der Entstehung von Neurodermitis.

Stress beeinflusst unser Hormongleichgewicht

Hormone und Neurodermitis sind eng miteinander verknüpft

Wie du siehst, ist unser ganzes Hormonsystem sehr komplex. Alles ist miteinander verbunden. Unsere Haut als das größte Organ zeigt die Auswirkungen von einem Ungleichgewicht nach außen. Neurodermitis ist eine Autoimmunkrankheit. Das Immunsystem und somit unser Darm sielen eine zentrale Rolle. Alles was das Immunsystem schwächt und beeinträchtig, kann einen Schub der Neurodermitis auslösen. Fehlen unserer Haut wichtige Hormone, die sie zum Aufbau von Zellen, Kollagen oder Fetten braucht, kann sie nicht gesund werden.

Wenn du jetzt denkst: „Ok, ich habe es verstanden. Meine Hormone haben einen starken Einfluss auf meine Haut, doch was kann ich tun?“ Dann habe ich jetzt noch drei Tipps, wie du deinen Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen kannst.

3 Tipps, um deinen Hormonhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen

1. Sorge für Entspannung und lerne den Umgang mit Stress

Die negativen Auswirkungen von Stress sind sehr vielfältig. Du hast jetzt die Auswirkung von Stress auf deinen Hormonhaushalt kennengelernt. Um die Stresshormone in deinem Körper zu reduzieren, kannst du für Entspannung sorgen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie du Entspannung in deinen Alltag integrieren kannst. Finde für dich eine Art, die zu dir passt und Spaß macht.

Hormone und Neurodermitis sorge für Entspannung
Hormone und Neurodermitis_ausgewogene Ernährung sorge für eine ausgewogene Ernährung

2. Sorge für eine ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung hilft dir, deine Hormone ins Gleichgewicht zu bringen. So lieferst du deinen Körper sämtliche Nährstoffe, die er braucht, um Hormone herzustellen. Durch eine ausgewogene Ernährung tust du zudem deinen Darm etwas Gutes.

In meinem Blogpost „7 Tipps für einen gesunden Darm„, findest du mehr Infos zum Thema Darmgesundheit.

3. Schlafe ausreichend

Im Schlaf werden Hormone freigesetzt, die für deine Regeneration und Wachstum zuständig sind. Wenn du zu wenig schläfst, werden nicht genügend dieser Hormone hergestellt.  

Hormone und Neurodermitis sorge für ausreichend Schlaf

Weitere Empfehlungen für deine Hormonbalance

Da das Thema Hormone sehr komplex und vielfältig ist, möchte ich dir gerne mit dir meine persönlichen Empfehlungen teilen.

Die Macht der Hormone* ist ein tolles Buch, um tiefer in das Thema einzusteigen. Die passende Ernährung für ein ausgeglichenen Hormonhaushalt steht im Fokus. Das Buch ist total schön gestaltet mit vielen Fotos und Rezepten. 

Das Buch Hormone natürlich regulieren* ist ein Basisbuch. Es geht auf verschiedene Krankheiten und Lebensumstände wie z. B. Wechseljahre, PMS ein, die in Zusammenhang mit einer Hormonstörung stehen. Es liefert kompaktes Wissen, das verständlich verpackt ist.

Lydia Zauberhaut Blogartikel
Foto Credit: https://www.zauberhaut.coach/blog/pille-hormone-haut/

Der Blogartikel „Pille, Hormone und Haut – Finde deine Balance“ von Lydia kann ich dir sehr empfehlen. Hierin sind auch zwei tolle Podcastfolgen verlinkt.

Quellen und weiterführend Links:

Die Haut als endokrines Organ – auf dem Weg zur individualisierten Aknetherapie, abgerufen am 01.06.2022

Die Haut als Hormonproduzent, abgerufen am 01.06.2022

Der Einfluss Hormone auf unserer Haut, abgerufen am 01.06.2022

Hauterkrankung Neurodermitis, abgerufen am 01.06.2022

Hormone und Haut – Das Zusammenspiel im Laufe des Lebens, abgerufen am 01.06.2022

 

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