Erfahrungsbericht Spezialklinik Neukirchen bei Heiligen Blut

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Bist du gerade an einem Punkt, wo du nicht mehr weiterweißt? Verzweifelt, weil es deiner Haut aufgrund deiner Neurodermitis so schlecht geht? An diesem Punkt war ich auch. Mein Ausweg war der Entschluss, die Spezialklinik Neukirchen bei Heiligen Blut zu gehen.

In diesem Erfahrungsbericht nehme ich dich mit auf meine Reise und verrate dir, ob sie sich gelohnt hat und ich mein Ziel erreicht habe.

Auf einmal war da ein Funke Hoffnung

Mit dem Nerven am Ende saß ich im Zug. Von Hamburg ging es bis nach Bayern. Ich war ganz allein. Das Gefühl kannte ich nicht mehr. Das letzte Jahr war ich durch Corona jeden Tag von früh bis spät von meiner Familie umgeben. Hier waren meine zwei Söhne, die mich brauchten. Mein Mann, mit dem ich gemeinsam den Tag verbrachte. Die Trennung von meiner Familie zerriss mir das Herz. Wieso steige ich nicht aus und fahre zurück? Mein Herz weiß, dass es kein Zurück gibt. Dafür gibt es einen Funken Hoffnung, dass es mir bald besser gehen wird.

Mein Weg in die Spezialklinik Neukirchen

Nach der Geburt meines zweiten Sohnes kam im Herbst 2019 überraschend meine Neurodermitis wieder. Dass ich Neurodermitis habe, wusste ich. In den Jahren zuvor zeigte sie sich hin und wieder, allerdings nur in kleinem Ausmaß. Was sich jetzt zeigte, war anders. Dieser Neurodermitisschub fing an den Händen an. Von Tag zu Tag verschlimmerte sich mein Hautzustand. Die Neurodermitis breitete sich aus. Erst war die Haut um meine Augen betroffen, dann das gesamte Gesicht und schließlich auch der Hals und das Dekolleté. Die Ärzte konnten mir nicht wirklich helfen. Zu diesem Zeitpunkt stillte ich noch. Die Einnahme von Cortison Tabletten kam für mich nicht infrage. Das war laut Aussagen einer Hautärztin die einzige Möglichkeit. Ich bekam eine leichtere Hydrocortison Salbe, die Wirkung zeigte. Das Glück hielt nur kurz an. Nach dem Ausschleichen des Cortisons verschlimmerte sich meine Neurodermitis. Ich begann erneut mit einer Cortisonsalbe.

In diesem Teufelskreis steckte ich bis zum Frühjahr 2020. Ich beschloss, dass sich etwas ändern muss. Ich nahm meine Gesundheit selber in die Hand und begann mir Wissen anzueignen. Ich ging zu einer Heilpraktikerin. Zum ersten Mal fühlte ich mich beachtet. Sie nahm sich Zeit und betrachtete mich ganzheitlich. Mit ihrer Therapie, die unter anderem aus einer Ernährungsumstellung und der Einnahme einiger Nahrungsergänzungsmittel bestand, besserte sich meine Neurodermitis. Ich blickte in den Spiegel und erkannte mich wieder.

Meine Haut hatte noch keinen stabilen Zustand erreicht. Die Neurodermitis zeigte sich von Zeit zu Zeit im Gesicht, an Hals und Händen. Zum Teil so schlimm, dass ich mich zu Hause verkriechen wollte. Meine Stimmung hing von meinem Hautbild ab. Ich war oft verzweifelt, fühlte mich einsam und hilflos. Was mache ich falsch? Diese Frage spukte in meinem Kopf.

Den Höhepunkt oder besser gesagt, den Tiefpunkt erreichte meine Neurodermitis im Frühjahr 2021. Ich konnte meine Hände nicht mehr bewegen, meinen Hals nicht mehr drehen und meine Augen kaum aufschlagen. Alles tat höllisch weh. Da wusste ich, jetzt ist es Zeit. Ich brauche Hilfe. Ich muss mich endlich um mich kümmern, um wieder für meine Familie, die zu sein, die ich bin. Ich brauche Zeit für mich.

Die Spezialklinik in Neukirchen hatte ich lange als Notlösung im Hinterkopf. Das Besondere an der Spezialklinik ist, dass ohne Cortison gearbeitet wird. Das wollte ich. Endlich raus aus der Cortisonfalle. Ich hatte mich bisher nicht getraut, diesen Schritt zu gehen. Ich hatte Angst, dass meine Neurodermitis nicht schlimm genug ist, dass andere den Platz dringender benötigen. Ich hatte Angst, meine Familie alleine zu lassen. Vielleicht hatte ich Angst, diesen Schritt allein zu gehen.

Meine Reise beginnt

An einem Morgen Ende Februar 2021 war es so weit. Ich konnte nicht mehr. Ich weinte, ohne aufzuhören. Mein Mann stand hilflos daneben. Wir beschlossen, dass es an der Zeit ist. Mit pochendem Herzen rief bei der Spezialklinik an. Mir wurde gesagt, dass ich bereits die darauf kommende Woche aufgenommen werden könnte. Wow, so schnell. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Jetzt musste ich mich um das Organisatorische kümmern. Zum einen brauchte ich eine Einweisung von meinem Hautarzt. Meine Hautärztin wollte mir die Einweisung für die Spezialklinik nicht erteilen. Sie kannte die Klinik nicht. Als ich tränend überströmt meinte, dass ich ganz dringend dorthin möchte, willigte sie ein. Allerdings fehlte etwas auf der Einweisung. Das erfuhr ich von der netten Dame der Hautklinik. Sie kümmerte sich darum, dass sie die richtige Einweisung erhielt.

Außerdem musste ich noch einen PCR-Test machen. Das war eine weitere Zitterpartie. Das Ergebnis erhielt ich erst, als ich auf halben Weg zur Spezialklinik war.

Meine Nerven lagen blank. Ich war so aufgeregt. Ich hatte die Befürchtung, dass noch etwas meinem Aufenthalt verhindern könnte. Schließlich saß ich im Zug. Es konnte losgehen.

Angekommen in der Spezialklinik Neukirchen

Bei der Spezialklinik Neukirchen angekommen wurde ich nett empfangen. Ich bekam eine Führung durch die Klinik. Ich hatte mir den Luxus eines Einzelzimmers gegönnt (34 Euro pro Nacht). Der Fokus für mich lag auf Entspannung und Zeit für mich. Aber nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Bei der Spezialklinik handelt es sich um ein Akutkrankenhaus. Es hat nichts mit einer Reha Einrichtung oder Kur zu tun. Hier geht es nicht um Massageanwendungen, sondern um die akute Behandlung von Hautkrankheiten. Die Klinik an sich ist schon etwas in die Jahre gekommen. Die Qualität der Behandlung leidet darunter allerdings nicht.

Meine Behandlungen

Am ersten Tag wurden viele Eingangsuntersuchungen gemacht. Die Auflistung gibt einen Einblick. Je nach individuellem Gesundheitszustand werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt.

  • Großes Blutbild
  • Vitalstoffanalyse
  • Stuhluntersuchungen (Pilze, Dysbiose)
  • Urinuntersuchen
  • Abstriche der Haut
  • IgE Test
  • Histamintest
  • Speicheltest (Quecksilberbelastung)

Nach und nach kamen die Ergebnisse der Untersuchungen an. Ich war jedes Mal total gespannt. Endlich konnte ich Ursachen finden und nicht nur Symptome behandeln. Aufgrund meiner Untersuchungsergebnisse bekam ich in einen individuellen Behandlungsplan.

1. Cremen

Die Behandlung mit speziellen Salben und Cremes stellt einen wesentlichen Bestandteil der Therapie dar. Jeden Tag ging ich dreimal zum Cremen in das Cremezimmer. Hier helfen Schwestern beim Eincremen und Verbinden der Haut. Jeder bekommt individuelle Cremes. Die ersten 10 Tage cremte ich mit einer antibiotischen Salbe. Meine Haut war stark infiziert mit Staphyloccocus aureus. Im Anschluss daran wurde auf eine Creme mit Zinke, Ichthyol und Weihrauch umgestellt. Damit man sich die eigene Wäsche nicht ruiniert, erhält jeder Baumwollwäsche (Pulli, Hose, Handschuhe). Zudem konnte ich verschiedene Pflegecremes testen, um die für mich beste Cremekombination herauszufinden. Die Spezialklinik Neukirchen arbeitet eng mit der Marien Apotheke in Neukirchen bei Heiligen Blut zusammen. Die Cremes werden dort hergestellt. Beim Abschlussgespräch erhielt ich die Rezepte für meine Cremes, die ich in der Apotheke kaufen konnte. Auch jetzt kann ich noch die Cremes über diese Apotheke beziehen.

Quick Tipp: Wenn ihr auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Cremes seid, könnt ihr euch auch an die Marien Apotheke in Neukirchen bei Heiligen Blut wenden. Sie haben jahrelange Erfahrung in der Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte. Eine Bestellung ist per Telefon und sogar App möglich.

2. Ernährung

Die Ernährung basiert auf dem Prinzip der Rotationsdiät. Jeder erhält einen Ernährungsplan, auf dem vermerkt ist, welche Lebensmittel aufgrund von Allergien nicht gegessen werden dürfen. Eine Ernährungsberaterin berät die Patienten und klärt Fragen. Die Damen aus der Küche achten darauf, dass nur das Essen ausgegeben wird, das erlaubt ist. Generell wird frisch gekocht. Es werden keine Fertigprodukte eingesetzt und es wird auf regionale und biologische Lebensmittel wert gelegt. Es ist eine allergenarme Ernährung. Auf Salz und scharfe Gewürze wird verzichtet. Es gab viel Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Salat aber auch Fisch, Fleisch und Käse. Als Getränke gab es jeden Tag einen anderen Tee und Wasser sowie Milchalternativen. Mein Highlight war Tag 4. An diesen Tag gab es zum Frühstück einen selbst gemachten Cashewmus, Bananen und Haferbrot.

 

3. Nahrungsergänzungsmittel

Bei mir wurde ein Magnesiummangel festgestellt. Daher bekam ich Magnesium. Außerdem gab es Omega-3 Kapseln sowie Probiotika für den Darm.

4. Entspannung

Jeder der wollte, konnte an Entspannungsübungen (autogenes Training) teilnehmen. Aufgrund von Corona war das Angebot limitiert. Je nach Lust und Laune nahm ich daran teil. Häufig habe ich lieber auf meinem Zimmer meditiert oder Yoga gemacht.

Mein typischer Tag während meines Aufenthalts

Der Tag war strukturiert durch die Creme- sowie die Essenszeiten. Alle zwei Tage war Visite, sodass ich mich im Zimmer aufhalten musste. Ich verbrachte meine Vormittage und Nachmittage meist damit, spazieren zu gehen. Rund um die Klinik gibt es tolle Wanderwege, die ich sehr genossen habe.

Habe ich mein Ziel erreicht?

Ich hatte zwei Hauptziele vor meiner Reise in die Spezialklinik Neukirchen.

  1. Mein Hautzustand sollte sich verbessern
  2. Ich wollte Ursachen meiner Neurodermitis rausfinden

Punkt eins habe ich auf jeden Fall erreicht. Nach nur drei Wochen war meine Haut fast symptomfrei. Ich konnte förmlich zusehen, wie sich von Tag zu Tag die Entzündungen reduzierten. Mein Gesicht sah nach einer Woche fast normal aus.

 

 

Es gab Tage, da flammte die Neurodermitis auf, doch das war gut. So identifizierte ich weitere Nahrungsmittelallergien. Auch mein zweites Ziel habe ich erreicht. Die Allergien, die bei mir festgestellt wurde, waren mir noch nicht bekannt. Bisher hatte kein Hautarzt eine solche Diagnostik bei mir durchgeführt.

Durch die Rotationsdiät fasste ich Vertrauen ins Essen. In den Monaten zuvor zweifelte ich stark an meiner Ernährungsweise. Ich war verunsichert. Hatte ich etwas Falsches gegessen? Was darf ich noch essen? Das Prinzip der Rotationsdiät nahm ich mit nach Hause und leben noch jetzt weitestgehend danach. Mein zweites Ziel erreichte ich auch.

Neben den offensichtlichen Verbesserungen meiner Hautgesundheit brachte mir der Aufenthalt in Neukirchen noch mehr. Ich hatte Zeit nachzudenken. Mich um mich zu kümmern, meine Gedanken zu sortieren. Mir wurde viel bewusst. Ich konnte die Neurodermitis somit auch auf anderer Ebene verarbeiten.

Mein Rat an dich

Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann rate ich dir: Suche dir Hilfe und nehme sie an. Die Hautklinik in Neukirchen bei Heiligen Blut kann für dich eine super Anlaufstelle sein. Du kannst hier von vorne anfangen, auf Reset drücken. Neben der Spezialklinik in Neukirchen bei Heiligen Blut gibt es noch das Fachkrankenhaus für Dermatologie Schloss Friedensburg in Leutenberg.

Dort wird nach ähnlichem Konzept gearbeitet. Julia von Kratz und Maus hat hierzu einen Erfahrungsbericht auf ihren Blog geschrieben.

Ich ermutige dich, diesen Schritt zu gehen, auch wenn es sich zu Beginn vielleicht zu kompliziert anfühlt. Du darfst es dir Wert sein! Du darfst dich um dich kümmern! Du hast es verdient wieder gesund zu werden.

Nähere Informationen zur Spezialklinik Neukirchen bei Heiligen Blut

Nähre Informationen zum Fachkrankenhaus für Dermatologie Schloss Friedensburg Leutenberg

Wenn du noch Fragen zum Aufenthalt in der Spezialklinik Neukirchen hast, schreibe mir gerne eine Nachricht.

Alles Liebe, deine Sarah

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